Systematisch systemisch

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von systemisch sprechen?

„Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile. „
Definitionen für das Wort „System“ gibt es viele. Der Wortursprung ist wohl im Altgriechischen „sýstēma“ zu finden und bedeutet so viel wie „aus mehreren Einzelteilen zusammengesetztes Ganzes“. Wikipedia ergänzt: Als System „..wird im Allgemeinen ein abgrenzbares, natürliches oder künstliches „Gebilde“ bezeichnet, das aus verschiedenen Komponenten besteht, die aufgrund bestimmter geordneter Beziehungen untereinander als gemeinsames Ganzes betrachtet werden (können). Die genannten „geordneten Beziehungen untereinander“ deuten schon an, dass nicht nur die Teile an sich das System zusammenhalten und definieren, sondern ebenso ihre Wechselwirkungen untereinander. Wir sind mehr als die Summe unserer Teile. Systeme verändern sich dadurch, dass sich die einzelnen Komponenten und die zwischen ihnen herrschenden Beziehungen verändern. Dadurch dass unsere ursprünglichen Systemkomponenten nicht mehr die selben sind, ist auch unser System nicht mehr das selbe. Die Wechselwirkungen (Beziehungen) zwischen diesen Komponenten (Teilen) laufen nicht zufällig ab, sondern folgen bestimmten Regeln. Lebende Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur auf sich selbst bezogen sind (Referenz = Beziehung). Sie können also von ihrer Umwelt weder bestimmt noch kontrolliert werden und erschaffen sich aus sich selbst heraus.

Regeln lebender Systeme

Prinzipiell geht man davon aus, dass die Regeln von lebenden Systemen darauf ausgerichtet sind, das jeweilige System zu befähigen, sich selbst aus eigener Kraft zu reproduzieren und zu erhalten. Da das System dabei auf Umweltfaktoren trifft, die sich ständig verändern, müssen seine Reproduktions- und Erhaltungsregeln im Gleichgewicht sein: Zwischen Erhaltung dessen, was für die Reproduktion notwendig ist (Homöostase) und Veränderung dessen, was als Antwort auf die Umweltfaktoren nötig ist (Morphogenese). Oder wie der große Systemiker Gunter Schmidt es ausdrückt: „Jedes System zeigt Tendenzen, Muster stabil zu halten (Homöostase), da dies Orientierung und offensichtlich auch Sicherheit gibt. Jedes System braucht aber auch in einer sich ständig ändernden Umwelt Musteränderungen (Morphogenese), da es so nicht überleben kann.“ Oder wie er es an anderer Stelle auf den Punkt bringt: „Wer einigermaßen der / die Gleiche bleiben will, muss sich ständig verändern…“