von | 04.07.2020 | Digitalisierung

Ganzheitliche Unternehmens-Digitalisierung Teil 2

Prozesse und Organisationen im Change richtig aufstellen

Der Wunsch der Konsumenten nach Schnelligkeit und unmittelbarer Bedürfniserfüllung ist primärer Treiber für ganzheitliche Digitalisierung. Hieraus resultieren für Unternehmen notwendige Veränderungen. Erst wenn Prozesse und Organisation auf einer digitalisierungsfähigen Basis stehen, sollten Systeme und IT-Lösungen verändert werden.

Erfolgsfaktoren der Unternehmens-Digitalisierung, die Sie kennen sollten: Prozesse – Organisationen – Systeme. Das ist der heilige Dreiklang der Unternehmens-Digitalisierung. Und er unterliegt im Groben einer genauso erfolgsbasierten Reihenfolge, wie die Arbeitsschritte auf der klassischen Baustelle.

‚PROZESSE‘ in Bezug auf den angestrebten Kundennutzen sauber abzubilden ist Fleißarbeit. Kein Hexenwerk, aber sie muss getan werden. Sich bei Bedarf externes Knowhow zur Prozessmodellierung dazu zu holen ist heute kein Problem mehr. Dieser Arbeitsschritt ist bei weitem nicht geschenkt, jedoch für Profis kein Showstopper mehr.

Die Herausforderung und der nachhaltige Erfolgsfaktor liegt – erneut in Übereinstimmung mit den empirischen High-Level-Ergebnissen der im ersten Teil dieses Blogartikels zitierten EY-Studie – im Baustein ‚ORGANISATION‘. Sowohl in Bereichen, Abteilungen und Teams, als auch hinunter bis auf Ebene des einzelnen Mitarbeiters, speziell, wenn es sich um Leistungsträger in Multiplikatoren-Funktionen handelt. Auf Ebene der Organisation und ihrer Individuen wird der Digitalisierungs-Wettlauf heute und morgen entschieden. Wir erinnern uns an den ersten Satz aus dem Blog-Artikel Teil 1: „Deutschlands Konzernführungen trauen ihren Beschäftigten den Sprung ins digitale Zeitalter nicht zu.“ Und das aus guten Gründen! Denn der isolierte Einsatz von Methoden oder Mitarbeiter-Fortbildungen kann und wird nicht zum Digitalisierungs-Erfolg führen. Nicht bei der gegebenen Komplexität und Geschwindigkeit solcher Vorhaben bei den heutigen Marktanforderungen. Sehr wohl kann aber eine – gemäß der individuellen Digitalisierungsziele aufgesetzte – Organisationsentwicklung, mit ganzheitlich aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen diese Leistung erbringen. Diese Art von Organisationsentwicklung hat ihren „Proof of Concept“ längst erbracht. Bei den erfolgreichen Digital-Organisationen beweist sie ihre Leistungsfähigkeit jeden Tag aufs Neue. Und baut deren Vorsprung am Markt damit Tag für Tag weiter aus.

Schlussendlich die richtigen ‚SYSTEME‘ auf diese Art von vorgearbeitetem „Prozess“ und „Organisation“ zu packen, ist dann nur noch ein handwerkliches Kinderspiel. Das saubere Verputzen eines hervorragend errichteten Rohbaus. Natürlich: Auch hierbei kann ebenfalls in der Digitalisierungswelt immer noch der am Bau so viel besprochene ‚Pfusch‘ betrieben werden. Selbstverständlich können auch die kleinsten Arbeiten auch noch in schlechter Güte ausgeführt werden. Dieser Arbeiten Herr zu bleiben ist jedoch um ein Vielfaches einfacher!

Nachhaltig erfolgreiche Unternehmens-Digitalisierung in der (Corona-)Krise

Ein abschließender Gedanke zu diesem Artikel aufgrund der aktuellen Situation, denn wir sprechen heute über die Corona-Wirtschaftskrise, in der die ganze Welt sich befindet.

Die Themen Existenzkampf, Kurzarbeit und betrieblich notwendige Kündigungen dominieren die unternehmerische Realität. Auch hier im CHANGEsupport-Blog wird dazu geschrieben.

Ist es da nicht deplatziert, einen Beitrag zu Erfolgsfaktoren der Unternehmens-Digitalisierung zu schreiben, als dem innovativen Wachstumsthema schlechthin? Nein, denn (ich wiederhole mich ein letztes Mal): „Deutschlands Konzernführungen trauen ihren Beschäftigten den Sprung ins digitale Zeitalter nicht zu.“

Wenn – so traurig das ist – die Corona-Wirtschaftskrise praktisch jedes Unternehmen ohnehin dazu zwingt, seine heutigen Personalstrukturen im großen Stil zu überdenken, dann liegt darin auch eine historische Chance, den mit Abstand wichtigsten Digitalisierungs-Baustein ‚Organisation‘ jetzt in diesem nur vorübergehend geöffneten Zeitfenster zum nachhaltigen Erfolgsfaktor zu gestalten. Man muss nur wissen, wie das geht…